Brasilien 2005

Monday, February 13, 2006

Hallo zusammen!

bereits sind fast zwei wochen vergangen und wir haben wieder einiges erlebt!

bilanz nach 11 tagen:

- tamaras Rucksack ist doch noch aus Paris eingetroffen
- schlangenbiss ueberlebt
- brasilien ist ein wunderschoenes land

aber nun alles von vorne....

wir flogen von zuerich via paris und sao paolo nach manaus. bereits in sao paulo mussten wir feststellen, dass das gepaeck von tamara einfach nicht auf dem foerderband lag... nach abklaerungen mit einem flughafenangestellten, welcher nur portugiesisch sprach, bekamen wir irgendwie mit, dass das gepaeck in paris geblieben sei und am naechsten tag nachgeschickt werde... positiv sollten wir die ganze sache sehen, schliesslich kannten wir jetzt das erste wort portugiesisch: manha, was soviel wie ¨morgen¨ heisst.... ein wort, das uns noch viele male begleiten wird...
in manaus bezogen wir ein hotelzimmer ohne fenster... dafuer praktisch umsonst... noch am selben tag buchten wir einen 6taegigen trip in den Jungel... eigentlich war dies der preis fuer 5 tage, doch wir konnten noch einen tag ¨heraus-ranggen¨... 6 tage jungel also... ob das wohl gut gehen wird???
Man glaubt es kaum, aber am naechsten tag kam mein gepaeck tatsaechlich in manaus an... auf ¨manha¨ist also verlass... den ganzen tag verbrachten wir zu fuss in manaus.. wir besichtigten die ganze stadt (1.5 mio einwohner) und schlossen uns einer fuehrung im oper-haus von manaus an... man bedenke, diese stadt liegt mitten im urwald... es war richtig heiss und vorallem herrscht in manaus hohe luftfeuchtigkeit... also eine anstrengende angelegenheit...
am naechsten tag packten wir dann unsere 7 sachen zusammen und machten uns fuer den jungel startklar... wir nahmen die ganze angelenheit locker, schliesslich konnte uns army-girls (fast) nichts mehr erschuettern.. unser hauptgepaeck konnten wir im reisebuero einstellen...
es ging also los.. the adventure begins... and it will begins!!


gerade rechtzeitig zur Lunch-zeit kamen wir in der mamori lodge mitten im jungel an... die fahrt dorthin war bereits sehr aufregend... sie dauerte ca. 3.5 stunden...wir ueberquerten dabei zwei grosse fluesse und konnen das naturspektakel bewundern, wo der rio negro mit dem solimoes zusammentrifft (siehe foto)... der helle und der dunkle fluss zusammen ergeben ca. 8km weiter unten den amazonas... weiter ueberquerten wir den zoll an der ¨zivilisations-grenze¨... hier war man also auf sich alleine gestellt... das letzte stueck zur lodge legten wir mit einem schnellboat zurueck... waehrend der fahrt konnten wir unzaehlige aligatoren im wasser und am ufer bewundern...
nach dem lunch in der lodge gingen wir zum ersten mal mit unserem nussschalen-boetli auf erkundungstour. wir gingen in ein abgelegenes, was heisst hier schon abgelegen, abgelegen ist ja alles, also, wir gingen in ein abgelegeneres waldstueck und machten uns auf die faultier jagd... bereits sahen wir das erste tier... unsere guides stoerte es kaum, dass dieses hoch in den baeumen hauste... ehe wir hinsahen, waren sie schon auf die baeume geklettert und hielten das tier in den armen... jeder von uns wollte es natuerlich auch mal halten... kein problem, wenn auch tamara ein bisschen aufgepasst haette... als sie es naemlich in den haenden hielt, klammerte sich das tier an ihrem arm fest... der guide eilte mir zur hilfe um das tier zu entfernen...schon zu spaet... die klauen bohrten sich in meine haut.. ich erlitt blutige schnittwunden am arm...
spaeter gingen wir dann piranhias fischen... ich stand in unserem nussschalenboetli und wollte das fleisch an die angel haengen, als renate bereits den ersten fisch aus dem wasser zog... ich erschrak so, dass ich beinahe, aber wirklich fast beinahe (zum glueck konnte mich der guide noch halten) ins wasser fiel.. alle lachten und der guide meinte nur, dass ich da nicht lange drin gewesen waere ...


am abend dann gingen wir auf aligatorenjagd... unser guide war natuerlich geuebt und es dauerte nicht lange, da hatte er schon mit blossen haenden (es war dunkle nacht!) einen aligatoren gefangen.. wir durften ihn natuerlich wieder alle einmal halten... kodak-time...
am naechsten tag machten wir uns wieder auf in den urwald... diesmal auf pflanzenerkundungstour... da es fast unertraeglich heiss war gingen wir baden.. wir trauten unseren ohren nicht als uns der guide diese idee vorschlug... wir meinten er witzelte... doch er tat es nicht... mit badekleidern und badetuch setzten wir uns erneut ins unsere nussschale und fuhren mitten auf den fluss.. er meinte es ernst... wir sollten da drinnen baden... in diesem fluss wo wir noch einen tag zuvor aligatoren beobachtet und piranhias gefischt hatten... doch was tut man nicht, wenn man heiss hat... wir sprangen ins seichte wasser... und wir ueberlebten!! nun stand das baden jeden tag auf dem programm...


ein richtiger adventure-tripp war der drei-taegige ausflug in den jungel ( mit uebernachtung)... die erste nacht war uns ein bisschen komisch zu mute... hatten wir doch nicht einmal ein zelt um uns herum... hier schlaeft man in haengematten... diese schuetzen vor skorpionen, schlangen und spinnen... kochen mussten wir auf dem feuer... was heisst schon kochen... es gab jeden tag reis, am ersten tag noch huehnchen... ab dem zweiten tag nur noch fische, welche wir stundenlang auf dem fluss versuchten zu fangen (manchmal auch im stockdunkeln mit taschenlampe und speer)... doch wir verhungerten nicht... am zweiten tag standen wir um ca. 8.30 uhr auf... tamara musste noch auf toillette, also suchte sie sich einen dicken baum... beim zurueckkehren schaute ich mich noch genau um, um nicht irgendwelchen tieren zu begegnen... schon zu spaet... mich biss eine schlange... ich war so geschockt, dass ich kein wort herausbrach um um hilfe zu rufen... doch unser guide erkannte die gefahr und liess mich die schlange beschreiben... es war eine giftige baumschlange... er holte sein ¨schlangen-vakuum-geraet¨, welches er immer bei sich hatte (aber bisher noch nie benoetigte!!!), aus seiner tasche und saugte mir rund 20minuten lang gift und blut aus der wunde... ich hatte glueck im unglueck... die schlange biss mich ins schienbein, hier gibt es nur knochen... so konnte die schlange nicht alles gift in mich hineinspritzen... (dabei haette sie doch ein so langes bein zur auswahl gehabt..., nein, darueber sollte man nicht scherzen)... mir passierte schlussendlich nicht viel... uebrig blieb einzig eine bisswunde und ein roter fleck...
am gleichen tag besuchten wir noch einheimische, eine schule und unternahmen einen 2 stuendigen walk in den wald... es war so heiss, dass wir wieder baden gingen.. diesmal war das wasser ueberhaupt nicht tief und wir konnten nur schwer eine einigermassen nicht allzu gefaehrliche stelle finden, wo wir baden konnten. es wurde dunkel.. wir waren ca. 1/2 stunden bootsfahrt von unserem camp entfernt...keine taschenlampen... kein mondschein... nur unsere guides...diese schlugen sich aber nicht schlecht und fuehrten uns schlussendlich heil ins camp zurueck.. die fahrt war wirklich schwierig, schliesslich ist der wasserstand in dieser jahreszeit sehr tief und es kann durchaus vorkommen, dass unser boot ueber das geroell und zwischen den aligatoren hindurch gestossen werden musste... im schein der sterne konnten wir viele doppel leuchtende aeuglein entdecken... aligatoren... doch wir im boot bildeten uns ein, dass dies nur fire-flyes (gluehwuermer) seien... renate stellte fest, dass diese wohl heute ihren sitting-day haetten (normalerweise fliegen gluehwuermer herum)... wir lachten... doch wir ueberlebten und kamen nach einer stunde heil im camp an... anschliessend zogen wir uns an und mussten uns wieder in die nussschale setzen... wir hatten noch kein Nachtessen gefangen... also los.. diesmal aber mit taschenlampe...2 stunden spaeter kehrten wir mit 5 fischen im boot zurueck... um mitternacht gab es dann endlich nachtessen...
die tour war wirklich toll... wir wuerden es immer wieder tun...


zurueck in manaus verbrachten wir noch einmal eine nacht in unserem hotel.. am naechsten tag gings dann mit dem flugzeug nach fortaleza (via sao paolo) an die meereskueste... was uns da wohl alles erwarten wird??? wir sind auf jeden fall gespannt, ihr hoffentlich auch...

wir wuenschen euch bis zum naechsten mal eine gute zeit!

e liebe gruess us brasilie
vom taemi und renate

ps. sabine: danke fuer die schulunterlagen (ich habe bis heute noch kein buch aufgeschlagen... das schlechte gewissen plagt mich... :-) )

ps. lieblingsschwoesterli: ig ha di ganz fescht gaern... pass uf mis outo uf...

ps. schatz: ig vermisse di...

ps. thierry: steit s hus no???

ps. dieter: ich (tamara) muss dich unbedingt einmal kennenlernen... habe sehr viel von dir gehoert...

ps. nochmals sabine: du fehlst bei unseren erlebnissen...